Nach der Wahl ist vor der Wahl?

von Peter, Charlotte und Marco

Bombe/ Hey-Ja/ Toll/ Danke/ …! Wenn das mal kein schönes Wahlergebnis war. Über den großen Zuspruch für unsere Liste haben wir uns mehr als nur gefreut. Vielen Dank an Euch und uns für Vertrauen und Arbeit. Hier ein paar Gedanken zur Wahl und darüber, wie es weiter geht.

WER WURDE GEWÄHLT/ IST DABEI?

Unsere Liste hat bei den Senatswahlen im Vergleich zum Vorjahr weiter zulegen können: Während im vergangenen Jahr genau 50 Prozent der Studierendenvertretung im Senat auf die Soliuni Liste entfielen, konnten wir in diesem Jahr mit dem Zuwachs von zwei weiteren Sitzen eine Zweidrittelmehrheit unter den studentischen Senatoren erringen. Dieses Ergebnis spiegelt sich auch im engeren Senat wieder: Künftig werden mit Paula Zill, Erik von Malottki und Hannes Forkel drei Studierende unserer Liste in diesem Teil des Senats vertreten sein.

Im einzelnen zogen von unserer Liste ein:
Felix Schriegel aus der Universitätsmedizin,
Erik von Malottki, Paula Zill und Marco Wagner von der Philosophischen Fakultät, sowie
Hannes Forkel, Felix Scharge, Dennis Kwiatkowski und Jasmin Dinter aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

WER HAT GEWÄHLT?

Wähler_innen eine Seltenheit: Studierende der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät.

Besonders auffällig: Es ist kein_e Kandidat_in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät (RSF) von irgendeiner Liste in den Senat eingezogen. Während die Studierenden der Philosophischen Fakultät die Bedeutung der eigenen studentischen Vertretung im Senat erkannt haben und mit 14 Prozent doppelt so viele Studierende als im Vorjahr wählen gegangen sind, scheint es Studierenden der RSF anscheinend ausreichend zu sein, wenn ihre Professor*innen wählen gehen (82 % Wahlbeteiligung).
Dagegen ist die Wahlbeteiligung an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät auf 17 % gestiegen und ist damit 2,5 mal so hoch, wie die an der RSF (5 %). Die Theologische Fakultät geht komplett unter. Mit 10 % hat sie nicht die schlechteste Wahlbeteiligung, aber es ist nicht einmal jemand zur Wahl angetreten (außer vielleicht die gewählte Paula Zill, die ev. Religion als Nebenfach im Lehramtsstudium hat, ebenso Cindy Schneider von den Bürgerlichen).
Wenn man sich also die Stimmverteilung unter den Kandidierenden differenziert nach Fakultäten anschaut wird deutlich, dass grundsätzlich nach Fakultätszugehörigkeit gewählt wird. Die Hochschulgruppenzugehörigkeit ist auf unserer Liste (zum Glück) zu vernachlässigen. Eine Aufschlüsselung nach Fakultäten und anderen Kriterien für weitere eigene Analysen ist hier zu finden.

WOFÜR WERDEN WIR UNS EINSETZEN?

Natürlich für unsere Wahlziele! Getreu dem solidarischen Motto werden wir uns für die Interessen aller Fakultäten einsetzten. Dennoch ist es für jemanden, der /die nicht aus dieser Fakultät kommt, immer schwieriger, sich für deren Interessen einzusetzen. Wer selbst betroffen von einer Sache ist, kann oft überzeugender argumentieren.
Dadurch, dass wir deutlich stärker als im vergangenen Jahr aus den Senatswahlen hervor gegangen sind, werden wir nun noch energischer als bisher für eine solidarische Universität kämpfen können. Wir werden den Senat immer wieder daran erinnern, dass studentische Kultur keine Nebensache ist, sondern ein nicht wegzudenkender Faktor der Greifswalder Kulturlandschaft ist, weshalb die Uni auch in der Pflicht steht, diesen entsprechend zu fördern.
Hürden für Studierende mit Kind müssen abgebaut werden. Die Universität muss familienfreundlicher werden, Betreuungsangebote für Kinder ausgebaut und verbessert werden. Auch hier werden wir den Senat und das Rektorat an ihre Verantwortung erinnern. Das bereits in der vergangenen Legislatur von uns unterstützte und in den Senat getragene Projekt einer CO-2 neutralen Universität werden wir engagiert fortsetzen. Gleiches gilt vor allem auch für die Stärkung des Greifswalder Lehramtsstudiums sowie den Einsatz für eine barrierefreie Uni. Auch hier gibt es nach wie vor Defizite. In Fragen der Gleichstellung ist ebenso noch viel zu tun und hinsichtlich der Internationalisierung unserer Uni sehen wir noch großen Nachholbedarf. Alle uns gestellten Ziele werden wir wie in der vergangenen Legislatur mit Nachdruck verfolgen.

WIRD SICH DAS SOLI BÜNDNIS ÄNDERN?

Einiges: Als das Projekt “Solidarische Universität” im vergangenen Jahr startete, waren wir zunächst überwiegend nur eine Liste, weniger Netzwerk. Hieran werden wir arbeiten. Künftig wollen wir auf unserer Seite über die Arbeit der studentischen Senator*innen informieren und freuen uns über Anregungen und Beteiligung an den Debatten durch Leser*innenkommentare! Vielleicht habt ihr andere Ideen, wie man Ziele umsetzen kann, die wir noch nicht gesehen haben… uns ist die öffentliche Diskussion und die eine enge Verknüpfung zu euch, die hier studieren, besonders wichtig! Wenn ihr an euren Instituten oder Fakultäten Probleme seht, schreibt uns eine E-Mail oder einen kurzen Problembericht für unseren Blog. Wir werden uns für eure Interessen einsetzen.

Fotos: sebastian2/ jugendfotos.de, C. Löser/ wikimedia.commons

2 Gedanken zu “Nach der Wahl ist vor der Wahl?

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  2. Pingback: 297 Stimmen bei der Senatswahl erhalten, aber nicht drin | Oliver Wunder

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